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Pionierwald – Vollrad Kutscher, 2018, 3,90 m x 4,00 m, Leinwand, Papierstreifen von 1979/85, Ölkreide, Acryl
Eingangsbereich des Ernst Strüngmann Institute (ESI) for Neurosience, Frankfurt
 
 
Mann mit Pfeife – Francine Singer, Fotografie, 70er Jahre

Das Foto aus dem Familienalbum von Francine Singer zeigt Wolf Singer, seit 1980 Direktor am MPI als jungen Mann beim Studium ebensolcher Papierstreifen im elterlichen Garten. Er scheint den Schatten der Pfeife auf seiner Brust greifen zu wollen. Aber wonach greift er eigentlich? Nach der Pfeife, ihrem Schatten, der nächsten Formulierung oder ruht die Hand mit dem Schreibwerkzeug nur aus, während er kurz von der Durchsicht der wissenschaftlichen Informationen auf den Papierbahnen zur Fotografin aufschaut?
 
 
Birken gehören zu den Pioniergewächsen, die sich in neu geschaffenen Lebensräumen ansiedeln. Die Strukturen der Stämme des „Pionierwaldes“ werden aus einer Vielzahl von spontanen Zeichnungen auf Papierbahnen gebildet, wie sie früher von Computern und Nadeldruckern erzeugt wurden. Sie stammen aus einem freundschaftlichen Kontakt des Künstlers zum Institut für Hirnforschung (Untersuchungen zu Fledermausgehirnen) und dem Interesse an Wahrnehmung und Darstellungsmodellen in Kunst und Wissenschaft.

„La trahison des images (Ceci n‘est pas une pipe)“ ist der Titel eines der bekanntesten Bilder (1929) von Réne Magritte, das eine Tabakpfeife zeigt mit der entsprechenden Unterschrift. Magrittes Malerei widersetzt sich der mimetischen Repräsentation einer außenliegenden Welt, es gibt ein Spiel von Übertragungen sich ähnelnder Objekte. Wort und Bild dienen bei Magritte weniger der Malerei selbst, als vielmehr der Frage, wie Kunst unsere Auffassung der Welt verändern kann.

Dieses Bewusstsein, dass wir uns über Modelle der Realität annähern wird auch im Bild „Pionierwald“ deutlich, denn weder handelt es sich um das Abbild eines realistischen Birkenwaldes, noch gibt es solche wellige Landschaft oder „romantische“, blaue Blumen bzw. solche Wurzeln und Pflanzen. Sie sind von Verbildlichungen wissenschaftlicher Untersuchungen inspiriert. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick erscheint, sondern von subjektiven Assoziationen überlagert oder schillernd wie Seifenblasen im Wind.